Administration von PostgreSQL
Kursziel
Das primäre Kursziel besteht in der vollumfänglichen Vermittlung fortgeschrittener Kenntnisse zur eigenständigen Administration, Konfiguration und Optimierung von PostgreSQL-Datenbanken in produktiven Unternehmensumgebungen. Die Teilnehmer erlernen die interne Systemarchitektur von PostgreSQL, das detaillierte Management von Rollen und Zugriffsrechten, die Implementierung ausfallsicherer Backup- und Recovery-Strategien inklusive Point-in-Time-Recovery (PITR) sowie den Aufbau hochverfügbarer Clusterstrukturen durch physische und logische Replikation.
Ausführliche Agenda
Architektur, Installation und Basis-Konfiguration
- internes Architekturmodell des PostgreSQL-Datenbankmanagementsystems
- Speicherarchitektur
- Prozessmodell (Postmaster, Backend-Prozesse, Background-Worker)
- Write-Ahead-Loggings (WAL)
- Bereitstellung der Datenbanksoftware aus den offiziellen PostgreSQL-Repositorys unter Linux
- initiale Cluster-Initialisierung über das Werkzeug initdb
- Einbindung und Verwaltung des PostgreSQL-Dienstes via systemd
- zentrale Parameterdatei postgresql.conf
- Speicherallokationen und Netzwerk-Binding (listen_addresses)
- hostbasierte Client-Authentifizierung über die pg_hba.conf
- kryptografische Authentifizierungsmethoden wie SCRAM-SHA-256
Berechtigungskonzepte, Logisches Layout und Systemwartung
- logisches Layout der Datenbank
- Erzeugen und Verwalten von Datenbanken, Tablespaces zur physischen Datentrennung sowie Schemata
- rollenbasiertes Zugriffskontrollsystem (RBAC)
- Benutzer und Gruppenrollen anlegen, Berechtigungen (GRANT/REVOKE) auf Datenbank-, Schema- und Objektebene vergeben sowie Default-Privilegien konfigurieren
- Systemwartung – interne Mechanismen der Multiversion Concurrency Control (MVCC)
- Grundlagen für die Konfiguration des Autovacuum-Daemons, die manuelle Ausführung von VACUUM und VACUUM FULL zur Rückgewinnung von Fragmentierungsspeicher, die Aktualisierung von Ausführungsstatistiken über ANALYZE sowie die Reorganisation beschädigter Indizes mittels REINDEX
Backup-Strategien, Recovery und Point-in-Time-Recovery (PITR)
- Sicherungs- und Wiederherstellungsmechanismen
- logische Backups mit den Kommandozeilenwerkzeugen pg_dump und pg_dumpall
- selektive Wiederherstellung mittels pg_restore
- physisches Backup-Verfahren
- Point-in-Time-Recovery (PITR)
Replikation, Hochverfügbarkeit und Performance-Tuning
- Systemskalierung und Ausfallsicherheit
- physische Streaming-Replikation zwischen einem Primary- und einem Standby-Server (sowohl asynchrone als auch synchrone Replikationsmodi)
- logische Replikation via Publikationen und Subskriptionen zur tabellenbasierten Datensynchronisation
- Performance-Tuning
- Nutzung von Systemkatalogen (pg_stat_activity) und Erweiterungen (pg_stat_statements) zur Identifikation ressourcenintensiver Abfragen
- Modifikationen an speicherrelevanten Systemparametern wie shared_buffers, work_mem, maintenance_work_mem und effective_cache_size
- technische Analyse von Ausführungsplänen
- Indizierungsstrategien und Flaschenhälse im Query-Routing
Zielgruppe
IT-Systemadministratoren
Nötige Vorkenntnisse
Für die erfolgreiche Teilnahme werden fundierte Kenntnisse in der Administration von Linux-Betriebssystemen über die Kommandozeile zwingend vorausgesetzt. Dies umfasst den sicheren Umgang mit Dateisystemen, Berechtigungskonzepten, Paketmanagern sowie die Steuerung und Diagnose von Hintergrunddiensten über systemd.
Praktische Erfahrung in der Netzwerkkonfiguration unter Linux (TCP/IP, Firewalls) sowie die routinierte Nutzung von zeilenbasierten Texteditoren wie vi oder nano sind für die Übungseinheiten erforderlich. Auf Datenbankebene wird ein grundlegendes Verständnis von relationalen Konzepten sowie der Abfragesprache SQL (DML und DDL) vorausgesetzt.
Dauer
4 Tage
Beginn 9:00 Uhr
Ende 16:30 Uhr
Veranstaltungsform
Online oder Präsenz möglich
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+49 8457 337 9990